Was ist Yoga?

Die meisten kennen Yoga als Sportart, um einen fitten und jugendlichen Körper zu erlangen. Darüber hinaus sind auch die entspannenden Aspekte bekannt, weshalb Yoga auch oft als „Sport für Faule“ gilt. Wieder andere sehen Yoga als Religion oder sogar Sekte mit einem weißhaarigen Guru, der anderen vorschreibt, wie sie zu leben haben. Darum stellen sich viele Menschen zu recht die Frage:

Zunächst einmal ist Yoga ein sehr altes Übungssystem aus Indien. Damit verbunden ist eine bestimmte Lebensphilosophie und Art zu leben. Nicht zu verwechseln ist Yoga mit einer Religion, denn obwohl es im Yoga bestimmte „Regeln“ zu leben gibt, sind diese undogmatisch und frei von jeder Religion bzw. schließen jede Religion mit ein. Jeder kann Yoga auf seine Weise und im gewünschten Umfang praktizieren, je nachdem welche Ziele er verfolgt.

Ziele bzw. Wirkebenen des Yoga sind:

  1. Harmonisierung des Lebens: bereits mit nur einer Yogastunde pro Woche können das Immunsystem gestärkt, die Konzentration verbessert oder Schulter- und Nackenverspannungen gelöst werden
  2. Erweckung schlafender Fähigkeiten: intensive Praxis kann verborgene Fähigkeiten zum Vorschein bringen; geistige Kräfte, Charisma und persönliche Ausstrahlung erhöhen
  3. Vereinigung mit dem wahren Selbst und dem kosmischen Bewusstsein: dies ist das höchste Ziel des Yoga. Es führt zur wahren Liebe, zum Gefühl der Einheit mit allem, zur Erfahrung reinen Seins, vollkommenen Wissens und unbeschränkter Glückseligkeit

Körperliche Fitness, Entspannung und spiritueller Praxis sind nur die Wege und Werkzeuge zum jeweiligen Ziel. Und dabei muss jeder selber entscheiden, wie weit er gehen möchte und welches Ziel er verfolgt.

Grundsätzlich besteht das große Thema Yoga aus sechs Unterthemen bzw. Wegen:

  1. Hatha Yoga: umfasst alle körperorientierten Praktiken wie Asanas (Yogastellungen), Pranayama (Atemübungen) und Tiefenentspannungstechniken. Auch eine gesunde, logische Lebensführung gehört dazu
  2. Kundalini Yoga: ist der Yoga der Energie. Die Lebensenergie (Prana) kann durch Kundaliniyoga erweckt und gelenkt werden. Energiezentren im menschlichen Astralkörper, auch Chakren genannt, können harmonisiert werden. Genauso die Energiekanäle (Nadis)
  3. Raja Yoga: umfasst Techniken des mentalen Trainings und der Meditation und erklärt, wie der menschliche Geist funktioniert und beherrscht werden kann
  4. Janina Yoga: der Yoga des Wissens bzw. der Philosophie. Hierzu gehört das Studium der großen Schriften
  5. Bhakti Yoga: Yoga der Hingabe und Liebe zu Gott. Hierzu gehören Gebet, Mantra-Singen, Rituale oder das Erzählen von alten Mythen
  6. Karma Yoga: der Yoga der Tat und des selbstlosen Dienstes. Karma Yoga hilft, sich eins mit allen Wesen zu fühlen

Yogische Lebensführung

Ein wichtiger Aspekt in der Yoga-Philosophie ist die Gewaltlosigkeit, Ahimsa. Da nach dem Weltbild des Yoga alle Lebewesen miteinander verbunden sind, ist ein respektvoller und gewaltloser Umgang mit jedem Lebewesen essentiell. Nicht nur deshalb wird im Yoga eine vegane und ethisch vertretbare Ernährung angestrebt. Zudem wird nur eine vegane Ernährung als rein (sattwig) angesehen und unterstützt den Körper so optimal bei der Erreichung jedes der durch Yoga angestrebten Ziele.

Wie man sieht, ist Yoga weitaus mehr als eine Sportart und alles andere als eine Religion. Es gibt unzählige Bücher über Yoga und genauso viele verschiedene Wege, Yoga zu praktizieren. Es gibt nicht den einen Weg. Aber alles haben alle Yogarichtungen gemeinsam: Yoga muss regelmäßig praktiziert werden, um zu wirken. In welchem Umfang man übt und wie weit man in das große Thema des Yoga eintaucht, muss jeder für sich selber entscheiden. 

Om Namah Shivaya, Jenny

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