Tausche Haarnetz gegen Selbstverwirklichung

Mein Weg zur Selbstverwirklichung

Tja, und manchmal passieren Dinge dann eben schneller als gedacht. Wie einige von euch wissen, habe ich eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik gemacht und in den letzten Jahren hauptberuflich als Maschinenführerin gearbeitet. Schon seit einiger Zeit hat mich diese Tätigkeit einfach nicht mehr erfüllt und durch die Schichtarbeit auch immer mehr ausgelaugt. Zum Glück hatte ich bereits Anfang 2015 die Idee, eine Zusatzausbildung als Ernährungsberaterin zu machen. Dieser Beruf hatte mich schon ewig interessiert, aber als ich mich für das Fernstudium einschrieb, wusste ich eigentlich nicht so ganz genau, was ich eigentlich später damit machen kann. Mittlerweile haben sich viele tolle Chancen und Kooperationen aufgetan und ich bin glücklich über diese Möglichkeit der Selbstverwirklichung.

In meiner letzten Firma, in der ich als Maschinenführerin gearbeitet habe, stand schon einige Zeit fest, dass mein Vertrag Ende 2018 enden wird. Bin ich traurig darüber?Nicht wirklich, obwohl ich schon den ein oder anderen Kollegen vermissen werde. Aber ich sehe dies als neue Chance, endlich zu tun, was zu mir passt. Überraschenderweise wurde mir dann am Freitag spontan mitgeteilt, dass das schon mein letzter Arbeitstag sei. Naja, und erstmal war ich ganz schön baff, weil ich natürlich mit noch ein paar Tagen gerechnet hatte und mich gern in Ruhe verabschiedet hätte. Aber dann habe ich es für mich als Zeichen gedeutet, dass mir noch einmal ganz deutlich gezeigt wird, was ich im Leben nicht möchte: Fremdbestimmtheit.

Mein (untypischer) Weg zum Yoga

Ich war Anfang 20, als ich das erste Mal wirklich selber mit Yoga in Berührung kam. Ich hatte natürlich viel davon gehört und meinte auch, eine Vorstellung zu haben, was Yoga ist…und in Wirklichkeit hatte ich sowas von garkeine Ahnung. Jedenfalls war mein erster Yogakurs einer, der von meiner Krankenkasse angeboten wurde. In dem Kurs machten wir damals hauptsächlich die typischen Körperübungen und eine abschließende Tiefenentspannung, bei der ich regelmäßig einschlief. Obwohl der Kurs wirklich entspannend war, beschloss ich zu dem Zeitpunkt, dass Yoga nichts für mich ist. Sich komisch verbiegen und dabei nichtmal ins Schwitzen kommen-was soll denn das?

Und doch ließ es mich nicht los. Ich muss dazu sagen, dass ich immer gern getanzt habe. Ich habe in meiner Jugend viel Jazzdance gemacht und später Cheerleading. Für beides braucht man letztendlich relativ gute Flexibilität. Und jetzt ratet mal, welche Übungen wir dafür im Training vorwiegend gemacht haben?Richtig, Yoga.Ohne es zu wissen, hatte ich schon Jahre davor Körperübungen aus dem Yoga gemacht und sogar Spaß daran gehabt. Ich kam darauf, dass ich vielleicht einfach ein Mensch bin, der nicht gern Dinge ohne festes Ziel tut.

Ernährung

Während ich dann in den nächsten Jahren im Training und zuhause selber die Körperübungen machte, baute sich alles andere das Thema Yoga unbemerkt von allein auf. Ich hatte schon immer ein großes Herz für Tiere und wollte bereit als Kind Vegetarierin werden. Leider kam ich in der Sache mit meinem Vater ins Gehege und habe selber nicht die Kraft aufgebracht, das einfach trotzdem durchzuziehen. 2010 kam ich dann durch langjährige Krankheit wieder darauf, vegetarisch bzw. sogar vegan zu leben. Wo ich vorher nicht die Kraft und das Durchhaltevermögen hatte, war zu dem Zeitpunkt der Leidensdruck so groß, dass ich sogar einen Tag vor Weihnachten 2009 startete, tierische Produkte zu meiden. Einer der besten Entscheidungen meines Lebens-und ein Aspekt des Yoga, wie ich heute weiß.

Meditation

„Jenny, du träumst schon wieder“ Wie oft habe ich diesen Satz hören müssen. Für mich war dieses „Träumen“ immer eine Auszeit für mich, eine Möglichkeit im Trubel in mich zu kehren. Ok, zugegeben: in der Schule hätte das nicht unbedingt sein müssen:-) Aber dazu muss ich sagen, dass ich auch lange Zeit zum dissoziieren geneigt habe und es in schwierigen Situationen auch heute noch tue. Meditation ist etwas anderes, sie ist ein bewusst gewählter Zustand. Ich nannte es damals nicht Meditation, sondern übernahm das Wort „Träumen“. So saß oder lag ich manchmal einfach auf meinem Bett und „starrte vor mich hin“, wie ich mir ebenfalls öfter anhören musste. Aber ich schöpfte daraus Kraft und die Fähigkeit, mich jederzeit fokussieren zu können. Dass Meditation ebenfalls zum Yoga gehört, weiß ich sogar erst seit ein paar Jahren, seit ich öfter mal im Yogastudio geübt habe.

Es gibt noch einige Bereiche, die aus dem Yoga kommen und die ich schon seit Jahren lebe, aber dazu werde ich später noch schreiben.

Weg mit dem Haarnetz, her mit der Yogamatte

Ok, bei meinem letzten Arbeitgeber musste ich zwar kein Haarnetz tragen, aber die Jahre davor schon und daher verbinde ich es so sehr mit meinem bisherigen Beruf.  Und was hat das jetzt mit Yoga zu tun?

Diese Woche startet meine Ausbildung zur Yogalehrerin bei Yoga Vidya. Ich habe sehr lange überlegt, ob ich diese Ausbildung mache und vor allem, wieviele Stunden. Ich hatte mir sogar schon die Unterlagen von der Fernschule zuschicken lassen, weil ich ja durch den Schichtdienst nicht regelmäßig an etwas teilnehmen konnte. Aber per Fernstudium sah ich keinen Sinn darin, da Yoga ja doch schon einen großen Praxisanteil hat. Ein paar Tage nachdem feststand, dass ich die Firma verlassen werde, gab es einen Info-Abend bei Yoga Vidya in Bremen und schon an dem Abend habe ich mich so wohl und geborgen gefühlt, dass  es sich einfach richtig anfühlte, mich anzumelden.

Ja, ihr merkt schon, dieses Jahr wird viel passieren in Sachen Selbstverwirklichung. Oder wie die Beatles es sagten „It´s getting better all the time“

 

Namaste, eure Jenny

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