Mein Jahr ohne Pille

Leben ohne Hormone

Sehr lange habe ich hin und her überlegt, ob ich öffentlich über ein so intimes Thema schreiben soll. Gerade weil ich weiß, dass der unerschütterliche Glaube an hormonelle Verhütung noch immer so verbreitet ist. Aber tatsächlich gibt es Methoden, die mindestens genauso sicher sind und nebenbei noch gesünder. Denn leider kann die Pille für sehr viele gesundheitliche Probleme die Ursache sein. Und so war es auch bei mir. Darum habe ich mich bereits Ende 2015, dass ich meinem Körper diese hormonelle Last nicht mehr antun möchte. Und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Tschüß Migräne

Schon als Kind hatte ich eine Neigung zu Kopfschmerzen. Während der Pubertät wurde es schlimmer und ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte ich regelmäßig heftige Migräne. Nämlich als ich mit 15 anfing, die Pille zu nehmen. Der Zusammenhang war mir viele Jahre nicht klar, so dass ich vieles ausprobiert habe: Progressive Muskelentspannung, natürlich verschiedenste Schmerzmittel, Nackenmassagen, ich war beim Heilpraktiker und bei der Akupunktur-nichts half dauerhaft. Durch Zufall stieß ich mal wieder auf einen Artikel im Internet, der die Zusammenhänge zwischen Östrogen und Migräne erklärte. Da ich fast zeitgleich eine neue Frauenärztin hatte, fragte ich sie direkt dazu und sie bestätige mir, dass dies eine Ursache sein könnte und erklärte mir, dass Migränepatienten generell kein Östrogen zu sicher nehmen sollten. Das hatte mir bisher noch kein Arzt gesagt. Sie war es auch, die mich zunächst die Minipille austesten ließ, um zu sehen, ob es ohne Östrogen besser wird und mich letztendlich auf die natürliche Verhütung brachte. Was soll ich sagen, die Migräne ist nicht ganz verschwunden, aber deutlich seltener geworden. Wenn ich früher jede Woche einmal Migräne hatte, habe ich sie jetzt ca. 3 Mal im Jahr.

Die symptothermale Methode

Die symptothermale Methode, auch NFP nach Sensiplan genannt, ist eine natürlich Verhütungsmethode, bei der man den eigenen Zyklus beobachtet. Tatsächlich ist es nämlich so, dass es nur ca. 4-5 Tage pro Zyklus gibt, an denen man fruchtbar ist. Innerhalb des Zyklus kann man deutliche Temperaturverläufe erkennen sowie Veränderungen des Zervixschleims, so dass man die Tage des Eisprungs und somit der fruchtbaren Tage eingrenzen kann. Alles, was man braucht, ist ein spezielles Basalthermometer.

Da diese Methode nicht in den Körper eingreift, lässt sie sich sowohl zur  Verhütung als auch zur Empfängnisplanung nutzen.

Ein neues Körpergefühl ohne Pille

Außer der Verbesserung der Migräne habe ich für mich gemerkt, dass ich mehr mit meinem Körper im Einklang bin. Ich spüre deutlicher Veränderungen innerhalb des Zyklus, aber insgesamt fühle ich mich irgendwie wacher und habe das Gefühl, dass ich meinem Körper einfach etwas Gutes tue. Ich merke außerdem, dass ich sportlich mehr Leistung bringen kann als  vorher, sogar mehr als vor zehn Jahren.

Für mich war es eine der besten Entscheidungen, mich von der Pille zu verabschieden, vor allem weil es mir ein ganz neues Bewusstsein für meinen Körper gebracht hat. Und vor allem ist die natürlich Methode so einfach anzuwenden.

Am meisten gefällt mir, dass ich nun komplett frei von Medikamenten bin. Außer bei Bedarf (Migräne) mal eine Schmerztablette, nehme ich nun gar keine Medikamente mehr.

Einen schönen Sonntag, Jenny

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