Warum wir immer dicker werden

Deutschland wird immer dicker

Ich erinnere mich daran, als ich Kind war und die Erwachsenen immer davon sprachen, dass es im fernen Amerika unglaublich viele übergewichtige Menschen gibt. Ich erinnere mich auch, dass ich wohl ein bis zwei Freunde hatte, die ein wenig zuviel auf den Rippen hatten. Aber im Grunde waren doch alle meine Mitschüler normal bis sportlich schlank. Heutzutage sieht das anders aus (und nein, sooo lange ist meine Kindheit garnicht her). Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist nach neuesten Studien übergewichtig, fast ein Viertel sogar krankhaft – das, was Mediziner als „adipös“ bezeichnen. Bei Kindern und Jugendlichen sind ca. 15 Prozent übergewichtig, 6 Prozent adipös. Tendenz steigend. Wir werden immer dicker. Woran liegt das?Was machen wir mittlerweile anders als damals?Und was kann man dagegen tun?

Fertiggerichte

Ja, das hat man schon öfter gehört-Fertigessen macht dick. Warum? Einerseits hat ein Fertiggericht immer eine feste Portionsgröße. Wenn man für sich selber kocht und seinen Teller auffüllt, kann man meist seine ideale Portionsgröße abschätzen und einteilen. Eine vorgegebene Menge beim Fertigessen ist für den Durchschnittsbürger, der meist auch noch kaum sportlich betätigt, schlichtweg zuviel. Da man ja aber das Essen bezahlt hat, isst man es auch auf (sonst scheint ja nicht die Sonne,nech?). In selbstgekochtes hat man mehr Mühe investiert, so dass man Übrigebliebenes meist noch am nächsten Tag isst oder einfriert. Bei einem Fertiggericht ist dies oft nicht möglich.

Zum anderen enthalten Fertigerichte oft sehr viele „leere“ Inhaltsstoffe. Damit sind Inhaltsstoffe gemeint, die dem Körper nicht nutzen, sondern das Produkt lediglich auffüllen, um es billiger verkaufen zu können oder um produktionstechnische Vorteile zu erhalten. Viele Zusatzstoffe werden auch zugegeben, um ein Lebensmittel optisch ansprechender zu machen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Brot. Brot wird gerne mithilfe verschiedener Zucker dunkler gefärbt, weil dem Kunden suggeriert wird, dass ein richtiges Vollkornbrot so dunkel wie möglich zu sein hat. In Wirklichkeit ist Vollkornbrot gräulich und damit einfach ein bißchen dunkler als weißes Brot. Und schon hat man mit zwei Scheiben Brot unbemerkt Zucker und damit überflüssige Kalorien aufgenommen.

Optimierte Lebensmittel

Wie bei dem Beispiel mit dem Brot werden viele Lebensmittel „optimiert“ oder wie ich es nenne „verschlimmbessert“. Die meisten Kinder, die heutzutage aufwachsen, kennen nichtmal mehr den Geschmack von ursprünglichen Lebensmitteln. So werden Obstsorten süßer gezüchtet als sie in der Natur eigentlich vorkommen. Die Bananen, die wir als so süß und lecker kennen, hat in ihrer ursprünglichen Form weitaus weniger Zucker und schmeckt eher mehlig. Auch die Ananas kenne ich als Kind noch ziemlich sauer, heute gibts überall nur noch Ananas supersweet. Zum Teil sind diese Veränderungen auf natürliche Mutationen zurückzuführen, aber zu einem sehr großen Teil werden Obstsorten genau so gezüchtet.

Gerade bei Obst- und Gemüsesorten gibt es natürlich auch ein großes Interesse daran, dass beides möglichst schnell wächst. Durch Züchtungen hat man die Möglichkeit, Obst und Gemüse in Rekordzeit wachsen und reifen zu lassen-zu Lasten der Nährstoffe, denn Vitamine, Mineralstoffe und andere Stoffe kann die Pflanze nicht so schnell bilden. Oft merkt man dann, dass die Tomate nicht mehr nach Tomate schmeckt, sondern einfach wässrig(was wiederum auch an ausgelaugten Böden liegt).

Ständiges Snacken

Hier mal ein Schokoriegel, da mal ein Bonbon und die berühmte Chipstüte vorm TV-wir geben unserem Körper einfach keine Ruhe. Immer, wenn wir etwas essen, auch wenn es noch so klein ist, muss die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschütten. Und was passiert dann? Vereinfacht gesagt, ist Insulin dafür verantwortlich, dass Fett gespeichert wird. Sein Gegenspieler ist das Glukagon, welches Fett abbaut. Die beiden können aber nicht zusammen arbeiten. Das heißt, wenn wir andauernd essen, wird immer schön Fett eingelagert und kaum Fett abgebaut. Und wenn du nicht gerade ein Leistungsportler bist, macht sich das schnell auf deinen Hüftern bemerkbar. Und nicht nur das: irgendwann gibt deine Bauchspeicheldrüse einfach auf. Stell dr mal vor, du müsstest den ganzen Tag arbeiten und dann würdest du kurz vorm Schlafen gehen nochmal einen fetten Batzen Arbeit bekommen, der bis zum nächsten Morgen gefälligst abgearbeitet sein soll. Ganz schön anstrengend, oder?

Zu wenig Bewegung

Ja, auch das hat schon jeder gehört. Wir bewegen uns einfach zu wenig. Das fängt bei vielen mit der Arbeit an (jahaa, ich weiß-ich sitze auch gerade vorm PC). Darauf hast duerstmal wenig Einfluss, es sei denn, du möchtest einen Job machen, bei dem du mehr in Bewegung bist-dann solltest du das schleunigst tun. Das Hauptproblem liegt aber in unserer Freizeit. Das fängt bei Kindern an: damals war ich ständig draußen, auf dem Spielplatz, Fahrrad, Badesee oder besonders gern auf irgendeinem Baum.

Heute sieht man schon noch Kinder auf dem Spielplatz-am Rand sitzen mit dem Smartphone in der Hand. Aber viele sitzen doch viel lieber zuhause vorm TV oder vor der Konsole-ist ja auch viel zu kalt, zu nass oder zu heiß und zu trocken draußen;-) Die Erwachsenen haben meist jeder ein Auto, mit dem sie nicht nur zur Arbeit, sondern auch zum Bäcker und -besonders seltsam- zum Fitnessstudio fahren. Aber immerhin sind diese schonmal beim Fitnessstudio. Und was macht der deutsche Durchschnittsbürger abends?Mit Freunden ne Runde laufen gehen?Bowlen?Geocachen? Irgendwas, was wirklich Spaß und Bewegung bringt?Nein, bei den meisten ist es doch TV und Sofa. Und das schlimme daran ist eigentlich die Gewohnheit. Denn man gewöhnt sich schnell ein (meist ungesundes) Ritual an, was sich dann jeden Tag wiederholt und dann wird man dicker.

Raus aus der Komfortzone

Ja,ok-all das macht der Durchschnittsdeutsche, der nicht nur immer dicker wird, sondern auch immer mehr am Jammern ist. Dieses Problem bezieht sich nicht nur auf die physische Gesundheit, sondern immer mehr auch auf die Psyche. Von Unzufriedenheit über Depression bis hin zu Aggressivität begegne ich jeden Tag den verschiedensten Launen. Und so werden wir immer dicker, unzufriedender und „untoter“.

So, nun kommt die alles entscheidende Frage: Wer ist dafür verantwortlich?Und die unbequeme Antwort darauf: Du.Und zwar du ganz alleine.

Du entscheidest, ob du dein Leben so weiterführen willst oder ob du glücklich sein willst (wenn du es schon bist,Glückwunsch). Du entscheidest, ob du übergewichtig oder schlank bist. Du entscheidest, ob du deinen Tag mit positiven Affirmationen und Bewegung beenden willst oder dich mit RTL und Breaking News regelrecht zumüllst (ja,das tust du-du würdest es merken, wenn du es eine zeitlang anders machst).

Nimm dir jeden Tag kleine Schritte vor und vor allem, beobachte deine Gewohnheiten. Was tust du am Tag nur, weil du es jeden Tag tust und nicht, weil es dir gut tut oder dich voran bringt? Durchbreche diese Gewohnheiten und ersetze sie durch neue Gewohnheiten, die dir gut tun und dich deinem Ziel näher bringen. Der erste wichtige Schritt ist die Eigenverantwortung zu übernehmen. Der zweite ins Handeln zu kommen. Alles andere wird von alleine zur Gewohnheit.

Ich denke nicht, dass ich dir erzählen muss, was genau du tun musst, um einen gesunden Körper zu bekommen. Regelmäßige Bewegung, die Muskulatur fordern und möglichst frisch und selbstgekocht essen-so weit die Kurzform, die längere Variante würde hier den Rahmen sprengen. Was du jetzt tun kannst: hör auf zu lesen, hör auf zu jammern und werde aktiv:-)

Viel Spaß dabei, Jenny