Bittersüße Fakten über Zucker

Morgen ist es soweit, der zuckerfreie November startet. Warum ich ausgerechnet den November gewählt habe? Naja,für viele von uns beginnt jetzt schon die Vorweihnachtszeit. Lebkuchen und Co. stehen bereits in den Regalen, die Temperaturen werden kälter und die Lust auf heiße Schokolade und andere Naschereien steigt. Um garnicht erst zu früh in Versuchung zu kommen, möchte ich für mich jetzt einen Nullpunkt setzen und spüren, wie es mir ohne Zucker geht. Und wenn es gut klappt und mir gut bekommt, kann ich diese neue Gewohnheit mit in den Dezember nehmen und auch die Weihnachtszeit zuckerfrei überstehen-soweit die Theorie;-)

Um euch meine Beweggründe für die Zuckerfrei-Challenge etwas näher zu bringen und euch schon im Vorfeld zu motivieren, mitzumachen und dabei zu bleiben, gibt es heute ein paar Fakten über Zucker.

Foto: unsplash

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Zucker macht süchtig

Zucker ist keine Droge wie beispielsweise Heroin. Aber man kann durchaus eine gewisse Sucht zum Zucker entwickeln. Dies liegt zum Einen an den Gewöhnungseffekt. Wenn man kleine Kinder an den Geschmack von Süßem gewöhnt, empfinden sie weniger süße Lebensmittel als fad. Jeder, der seinen Kaffee mit zwei Löffeln Zucker trinkt, kann mal ausprobieren, wie es mit nur einem oder einem halben Löffel schmeckt-es schmeckt kaum noch nach was.

Wenn du das Gefühl hast, Zucker zu brauchen und nicht davon loszukommen, kann eine Sucht vorliegen. Das eine ist Genuss, das andere zwanghaftes Verhalten. Diese Challenge ist eine gute Möglichkeit, um  herauszufinden, wie dein aktuelles Verhältnis zum Zucker ist und in welchen Situationen du das Gefühl hast, Zucker zu ‚brauchen‘.

Zucker aktiviert das belohnungszentrum

Da unsere Vorfahren jeden Tag auf Nahrungssuche gehen mussten, machte es Sinn, Nahrung mit der höchstmöglichen Energie (z.B. Früchte) zu sammeln. Unsere Vorfahren kannten das Nahrungsüberangebot von heute nicht-im Gegenteil. Um sich möglichst effizient zu ernähren, hat sich unser Körper etwas eigentlich ganz tolles ausgedacht: energiereiche Lebensmittel setzen beim Verzehr bestimmte Botenstoffe frei, die für Wohlbefinden sorgen. Eben damit wir genug Energie zu uns nehmen.

Leider ist es heutzutage eben so, dass wir von allem viel zu viel haben und essen. Unser Lebensmittelangebot hat sich schneller entwickelt als unsere Evolution. Wir fühlen uns trotzdem noch gut, wenn wir was Süßes essen. Nur leider sind diese süßen energiereichen Lebensmittel oft keine Früchte und Nüsse, sondern Schokolade und Chips.

Zucker macht dick

Da unsere Lebensmittel oft eben leider nicht mehr naturgetreu gegessen werden, sondern Zucker isoliert und stark konzentriert in unserem Essen vorkommt, steigt der Kaloriengehalt im Verhältnis zu wichtigen Nährstoffen, die in natürlicher Nahrung enthalten sind. Wir sprechen von einer geringen Nährstoffdichte bei hoher Energiedichte.

Kurz: wir nehmen zu viel Kalorien auf und werden dick. Zudem enthalten viele zuckerhaltigen Lebensmittel auch zuviel Fett, zum Beispiel Schokolade.

Zucker lässt die Leistungskurve abrupt absacken

Viele kennen die Situation in Prüfungen: irgendwann ist die Energie futsch und man braucht dringend etwas Süßes. Das liegt daran, dass das Gehirn jede Menge Zucker verbraucht. Für diesen Fall nehmen sich viele Traubenzucker mit in die Prüfung, weil dieser einen schnellen Nachschub an Energie verspricht. Für eine kurze Zeit stimmt das auch-wenn man mit der Energie noch gut durch die Prüfung kommt, dann kann man das gern so machen.

Aber: je schneller der Zucker ins Blut gelangt, desto schneller und heftiger kommt die Insulin-Polizei, um die Übeltäter dahin zu schicken, wo sie hingehören: in unsere körpereigenen Speicher. Bei isoliertem Zucker wie Traubenzucker schießt die Bauchspeicheldrüse gern über das Ziel hinaus, weil sie solche konzentrierten Zuckermengen aus der Natur nicht kennt. Was passiert? Der Blutzuckerspiegel geht in den Keller, wir haben wieder zu wenig Zucker im ‚Umlauf‘ und brauchen dringend wieder etwas Süßes. Bei zu geringem Blutzucker haben wir Heißhunger und fühlen und müde und unkonzentriert.

zucker ist nicht gleich zucker

Bei Zucker denken wir als erstes an das schneeweiße, kristalline Pulver, was wir so gern in unseren Kaffee oder Tee schütten. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Zweifachzucker, das heißt er ist zusammengesetzt aus zwei Einfachzuckern. Aus mehreren Einfachzuckern aufgebaut sind sogenannte Vielfachzucker, zum Beipiel Stärke.

Der Unterschied, der für uns wichtig ist, ist die ‚Abbaugeschwindigkeit‘ des jeweiligen Zuckers, auch Kohlenhydrat genannt. Je einfacher der Zucker, desto schneller kann er abgebaut bzw. direkt aufgenommen werden (hohe Insulinauschüttung). Je komplexer ein Zucker, desto länger dauert der Abbauprozess (langsames Ansteigen und anschließendes Sinken des Insulinspiegels).

Kurz: Zucker wie Stärke aus Kartoffeln oder Getreide sind langsamer, aber dafür länger verfügbar. Schnelle Zucker aus Süßigkeiten wirken schnell,  lassen den Körper aber auch schnell nach Nachschub verlangen. Daher: komplexe Zucker (Kohlenhydrate) bevorzugen.

zucker kann Krankheiten begünstigen

Dass Zucker Karies verursachen kann, haben die meisten schon im Kleinkindalter gelernt. Aber Zucker steht auch im Verdacht, andere Krankheiten zu verursachen oder zu begünstigen, wie Diabetes, Candida (Darmpilzerkrankung), Depressionen und sogar Krebs. Es gibt nicht für alle Erkrankungen auschlaggebende Studien in Verbindung mit Zucker. Aber schaden kann der Verzicht auf Zucker auf keinen Fall.

zucker ist oft versteckt

Dass Kuchen,Schokolade und Gummitierchen Zucker enthalten, ist den meisten von euch wohl klar. Aber wusstest du auch, dass deine Pizza, deine Grillsauce und sogar deine Chips Zucker enthalten können? Zucker kommt sehr oft in versteckter Form vor, besonders bei industriell gefertigter Nahrung. Darum lohnt es sich, möglichst viel selber zuzubereiten und ansonsten zumindest die Zutatenliste zu lesen. Dort steht allerdings nicht immer Zucker, sondern beispielsweise Maltodextrin, Saccharose oder andere Fremdwörter. Wenn man sich nicht genau damit auskennt, ist selber kochen auf jeden Fall die bessere Alternative.

 

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Spaß bei der Challenge und würde mich freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichtet.

Bis bald, Jenny

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